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AGATHE unterwegs im Saale-Orla-Kreis
Schlafen, das war eigentlich nur
umkippen und wieder aufwachen
Christine Voigt musste in ihrem Leben viele Belastungen bewältigen undi
bekam dabei wenig Unterstützung.
Otis und Max, ein weißer und ein schwarzer Kater, Ihr alkoholabhängiger Mann fiel als Unterstützung
sind die Lieblinge von Christine Voigt: „Otis haben aus. Stattdessen gab es auch von dieser Seite zu-
sie im Papiermüll gefunden. Der war vielleicht 14 sätzliche Probleme: „Der Vater meiner Kinder war
Tage alt. Und vor drei Jahren auf einem Wald- und unzuverlässig. Er hat zwar mit uns gewohnt, war
Wiesenweg so ein halb verhungertes Katerchen. Ich aber Alkoholiker. Alkohol, das ist wie ein Kampf
habe gesagt: freilich nehme ich den.“ Die beiden gegen Windmühlen. Das ist eine Sucht. Das musst
sind ihre Gefährten, die ihr viel Freude bereiten, du aber auch noch abhalten. Die Kinder hatten
um die sie sich kümmert und die das dankbar an- Angst vor dem. Das war unheimlich. Wenn ich dann
nehmen. wiederkam: Mutti, Mutti, der Vati hat schon wieder
fremde Leute mitgebracht. Mutti, Mutti, der Vati
Ansonsten gab es im Leben von Christine Voigt nicht hat getrunken, der hat der Isa eine geklatscht. Das
so viel Freude. Ihr Sohn Christian wurde mit einem musst du alles abhalten.“
Herzfehler geboren und war viel im Krankenhaus.
Zahlreiche weitere Krankheiten wie Epilepsie und Sie war rund um die Uhr im Einsatz: „Schlafen, das
geistige Beeinträchtigungen forderten die Mutter war eigentlich nur umkippen und wieder aufwachen,
sehr. wenn der Wecker klingelt.“ Von ihrem Mann hat sie
sich dann getrennt. Auch als ihr Sohn verstarb, gab
Christine Voigt konnte nur halbtags in der Land- es wenig Unterstützung von außen.
wirtschaft arbeiten, um Christian in der übrigen
Zeit zu pflegen. Dafür Hilfen zu beantragen, fiel Deshalb war sie zu Anfang misstrauisch und skep-
ihr schwer und Hänseleien auf der Straße waren tisch, als eine Bekannte ihr von AGATHE erzählte
eine zusätzliche Qual: „Die Kinder haben meinen und sie weitervermittelt hat: „Ich habe das ehrlich
behinderten Sohn abgelehnt. Sie haben Ihn fertig- gesagt nicht für voll genommen. So viele Leute er-
gemacht. Ich habe versucht, mit den Eltern zu reden, zählen was und wollen helfen und am Ende stehst
aber vergessen sie es. Die Eltern waren uneinsich- du immer alleine da. Aber eines Tages kam dann der
tiger als die Kinder. Dann habe ich Christian nicht Anruf und ich war erst mal ganz schön platt. Dann
mehr zum Spielen alleine rausgelassen. Durch den habe ich gedacht: Naja, mal sehen was dabei raus-
mangelnden sozialen Kontakt, hat er sich seine kommt. Aber dann war ich sehr erstaunt, dass das
eigene Welt ausgedacht. Nach anraten eines Arztes wirklich was Echtes ist.“
haben wir uns einen Hund in die Familie geholt.
Der Hund hat allen gutgetan.“
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