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AGATHE unterwegs im Saale-Orla-Kreis
Die Gemeinschaft bei den
regelmäßigen Treffen ist viel wert
Hermine Etzdorf genießt das Zusammensein mit anderen Menschen.i
Wenn Hermine Etzdorf einkauft oder zum Friedhof Seit Mitte der 70er Jahre wohnt Frau Etzdorf schon
geht, trifft sie oft andere, die sie schon lange kennt. in ihrem Haus. Der Sohn und die Schwiegertochter
Da werden dann erst einmal Neuigkeiten ausge- wohnen auch dort und unterstützen sie im Alltag,
tauscht: „Wenn ich die eine Frau treffe, dann kommt beispielsweise bei größeren Einkäufen. Sie achten
noch die andere dazu, die da wohnt, und dann sitzen auf die Mutter „wie die Schlosshunde“. An ihrer
wir draußen auf dem Stein. Das dauert dann immer Wand hängen viele Bilder, auch von ihren Enkeln
eine Stunde. Es ist immer schön.“ und Urenkeln.
Auch im Rahmen des AGATHE-Projekts organisiert Ganz früher hat sie mit ihren Eltern in der Nähe
ihre Beraterin regelmäßige Treffen. Etwa acht ältere gewohnt, da war in einem Acht-Familienhaus eine
Menschen nehmen normalerweise daran teil und Wohnung frei: „Da sind wir dann hingezogen und
mittlerweile hat man sich schon gut kennengelernt: das war eine wunderschöne Zeit. Wenn ich mich
„Die Gemeinschaft ist schon viel wert. Wenn mal heute mit denen treffe, die noch leben, sage ich:
wirklich was ist, hat man jemanden mit dem man Das war schön, das war immer wie in Sanssouci.
reden kann, man geht hin, man erzählt mal was. Wir hatten nicht viel, aber wir waren zufrieden und
Es hat immer jemand was zu erzählen und ich bin das war mit meine schönste Zeit.“
froh, wenn ich mal ein bisschen quatschen kann.“
Eine wunderschöne Zeit hatte Hermine Etzdorf auch
Bei den Treffen wird gebastelt, gewandert und viel mit ihrem Mann und der Familie. Nachdem ihr erster
erzählt. Vor kurzem hatten sie Besuch von einem Mann mit 36 tödlich verunglückte, lernte sie ihren
Polizisten, der sie über Betrügereien und Enkeltricks zweiten Mann kennen, der vor vier Jahren verstarb.
aufgeklärt hat. Ihre Ehe war sehr harmonisch und auch die Ver-
sorgung des Sohnes war auf beide gleich verteilt.
Auch Hermine Etzdorf hat schon solche Anrufe er-
lebt: „Vorgestern da klingelt das Telefon, da habe Belastend waren allerdings gesundheitliche Prob-
ich abgenommen: "Wir haben eine Sendung für leme: „Ich war diejenige, die immer von der Familie
Sie." Ich: "Ich habe nichts bestellt." Und: "Ach, Ihr Krankheiten aufgeschnappt hat. Ich habe gesagt:
Mann vielleicht?" Ich: "Nein, der kann nichts be- ich nehme sie, ihr braucht sie nicht.“ Eine doppel-
stellt haben, aber ich hole meinen Sohn. Da hat seitige Rippenfellentzündung zog lange Komplika-
sie aufgelegt.“ tionen nach sich. Auch mit dem Knie und den Augen
war es nicht immer einfach.
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