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AGATHE unterwegs in Gera













            Wir haben einen klaren Auftrag



            Tom Götz kennt als Krankenpfleger und Sozialpädagoge sehr genau die
            Grenzen seiner Arbeit bei AGATHE.


            Das AGATHE Projekt in Gera hat zu Beginn seiner   digkeit: „Wir haben mit AGATHE einen klaren Auf-
            Arbeit einen eigenen Weg der Bekanntmachung       trag. Ich glaube, wenn wir da einen Schritt zu weit
            gewählt. Es wurden keine Briefe an die Zielgruppe   gehen würden, wäre das nicht professionell. Ich
            verschickt, sondern es gab eine große Auftaktver-  darf keine Medikamente austeilen, keinen Verband
            anstaltung mit wichtigen Akteuren aus der Stadt:   anlegen, obwohl ich das könnte und die Tabletten
            „Die Presse war natürlich auch dabei und AGATHE   kenne. Bei AGATHE geht es um die Einsamkeit, um
            wurde in mehreren Zeitungen abgebildet. Wir be-   die soziale Isolation.“
            kommen jetzt noch Anrufe: Ich habe den Artikel    Dabei ist das Team manchmal als erstes mit Ver-
            damals beiseitegelegt, da war es noch nicht so    wahrlosung, Suchtkrankheiten oder Aggressivität
            weit. Aber jetzt, jetzt könnte ich mal jemanden ge-  konfrontiert: „Wir sind in Wohnungen gekommen,
            brauchen, der mir hilft“.
                                                              die sehr, sehr verdreckt waren, sehr verwahrlost,
            Parallel wurden Flyer verteilt und Aushänge in den   wo man dann klar an die Grenzen kommt, sich nicht
            Häusern der großen Wohnungsgesellschaften ge-     setzen will, nichts anfassen will.“
            macht. Allmählich steigt die Zahl der betreuten   Vor allem am Anfang, als AGATHE noch nicht so
            älteren Menschen.
                                                              bekannt war, trat ihnen auch häufiger Skepsis ent-
            Die Bedarfe sind vielfältig: „Ich brauche jemanden   gegen. Manche Familienmitglieder befürchteten Be-
            nur zum Reden. Ich versuche seit Monaten, einen   trug und wollten sie nicht in die Wohnung lassen:
            Termin beim Augenarzt zu bekommen. Manche sa-     „Der Sohn von der Dame, die eigentlich Interesse an
            gen: Ich bin hier mit der ganzen Antragstellung von   AGATHE hatte, stand da mit verschränkten Armen,
            Pflegegrad, von Wohngeld und so was überfordert.   wie ein Türsteher und hat uns rausgeschmissen.“
            Also das ist ein ganz breites Spektrum.“
                                                              Solche schwierigen Situationen besprechen sie in
            Tom Götz ist examinierter Krankenpfleger und So-  regelmäßigen Teamsitzungen. Sie mussten sich als
            zialpädagoge. Auch das Team, in dem er arbeitet,   Team nicht komplett neu finden, sondern kannten
            ist breit qualifiziert. Für alle ist es aber wichtig, im   sich teilweise schon und arbeiten sehr gut zusam-
            Netzwerk, das sie sich allmählich aufgebaut haben,   men.
            klar ihre Grenzen zu sehen. Psychische Krankhei-
            ten, Medikamente, oder Problemlagen, für die ein
            Betreuer zuständig ist, fallen nicht in ihre Zustän-







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