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AGATHE unterwegs im Unstrut-Hainich-Kreis
Mit dem Taxi zum Arzt
Die Bad Tennstedter Taxiunternehmerin Stefanie Mörstedt fährt älteree
Menschen zum Arzt, zur Physiotherapie oder ins Krankenhaus.
Gerade auf dem Land sind viele ältere Menschen Viele Schicksale, von denen Stefanie Mörstedt auf
kaum noch mobil. Dass sie trotzdem pünktlich ihren Fahrten erfährt, ähneln sich: „Die Menschen
zum Arzt kommen, dafür sorgt Stefanie Mörstedt, wollen so lange wie möglich selbständig bleiben.
Juniorchefin im Taxibetrieb ihres Vaters: „Normale Die meisten haben ein eigenes Haus mit Grundstück.
Taxifahrten gibt es so gut wie gar nicht mehr. Min- Das kann man gar nicht mehr bewältigen im Alter.“
destens 95 % sind reine Krankenfahrten“, sagt sie, Bei einer Taxifahrt bleibt viel Zeit, auch länger mit-
„Die Leute müssen zum Arzt, ins Krankenhaus oder einander ins Gespräch zu kommen: „Die Leute er-
zur Physiotherapie.“
zählen sehr gern. Sie wollen loswerden, was sie
Abgerechnet wird über die Krankenkassen. Das so den ganzen Tag machen. Sie erinnern sich aber
funktioniere meist auch problemlos über einen auch an ihr Leben zurück – erzählen von Arbeit und
sogenannten Transportschein: „Ich weiß, was be- Familie. Was sie so geprägt und was ihr Leben be-
zahlt wird, und wie so ein Transportschein ausse- stimmt hat als sie jung waren.“
hen muss. Oft gehe ich dann auch selbst zu den Es gibt aber auch Situationen, die Stefanie Mörstedt
Ärzten. Und wenn irgendetwas falsch ist, sage ich: an ihre Grenzen bringen: „Ich hatte mal einen Patien-
„Hier brauche ich noch ein Kreuzchen, oder was ten, der sollte von einem Krankenhaus ins nächste.
sonst noch fehlt.“
Er wollte aber nicht ins Krankenhaus, sondern nach
Anspruch auf einen Transportschein haben Men- Hause. Während der Fahrt hat er dann mehrmals
schen, die mindestens mit Pflegegrad III oder höher versucht, die Tür zu öffnen. Und ich dachte nur: Was
eingestuft sind oder einen Schwerbeschädigtenaus- machst du jetzt? Rufst du die Polizei?“
weis mit den Merkzeichen aG, Bl oder H besitzen.
Viele ältere Menschen auf dem Land fühlen sich
„Vorher genehmigt werden müssen Dialysefahrten abgeschnitten, weil sie nicht mobil sind: „Die Leu-
und Fahrten zu Krebstherapien. Aber selbst da gibt te kommen nicht mehr weg. Einkaufsmöglichkei-
es keine Probleme“, erläutert Stefanie Mörstedt. ten gibt es so gut wie keine und die medizinischen
Dank einer speziellen Rollstuhlrampe finden auch Einrichtungen sind oft weit entfernt. Früher hatten
Menschen im Rollstuhl im geräumigen Taxi Platz: wir einen Bahnanschluss, doch die Schienen liegen
„Das hat sich in den letzten Jahren extrem gewan- längst nicht mehr.“
delt. Es gibt immer mehr gehbehinderte Menschen.“
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