Page 77 - 221119 Layout Agathe-Interviews-Einsparung-web-low-2
P. 77

AGATHE unterwegs in Jena













            Der Stadtteil ist älter geworden



            Jana Zimmermann ist Quartiersmanagerin in Jena-Lobeda. Als Netzwerk-
            partnerin unterstützt sie das AGATHE-Projekt in ihrem Stadtteilbüro.


            22.000 Einwohner zählt Lobeda, ein typisches      Jeden Montag von 14 – 16 Uhr bietet das AGATHE-
            Neubaugebiet der sozialistischen Moderne. Die     Projekt eine Sprechstunde im Stadtteilbüro an.
            Elf geschosser wurden hübsch saniert, in kräfti-  Über diese Sprechstunden werden Interessierte
            gen Farben leuchten die Fassaden. „Lobeda liegt   dann direkt an eine Beratungsfachkraft vermittelt
            nicht schlecht, hat eine gute Infrastruktur und ist   oder nehmen sich einen Flyer mit, auf dem Telefon-
            noch übersichtlich gegenüber anderen Großraum-    nummern und Ansprechpersonen stehen.
            siedlungen“, sagt Jana Zimmermann vom Verein      „AGATHE in unserem Haus zu haben ist ein guter
            KOMME e. V., der das Stadteilbüro Lobeda betreibt.   Anknüpfungspunkt. Die Leute kommen und sehen
            Doch die Menschen im Viertel sind älter geworden.
                                                              dadurch auch unsere Angebote. Manche kommen
            „Unser Klientel ist fünfzig plus. Wir haben weni-  auch wieder.“ Zum Kreativtreff oder Malkreis bei-
            ger Familien, Kinder und Jugendliche.“ So ist das   spielsweise – obwohl sich die Angebote nicht nur
            Stadtteilbüro mittlerweile auch Anlaufstelle für   an Ältere richten: „Wir haben hier auch ein paar
            viele ältere Menschen: „Wir liegen zentral und ha-  Kurse von der Volkshochschule zu Tablet & Co oder
            ben Kontakte zu den hier lebenden Menschen in     Stricken. Natürlich sind das dann eher die älteren
            den Häusern drumherum. Da gibt es viele Leute,    Leute, die kommen“, sagt Jana Zimmermann.
            die alleine leben, ein Gespräch suchen und dann   Doch viele alleinlebende, ältere Menschen hätten
            bei uns landen.“
                                                              sich irgendwann zurückgezogen und gingen kaum
            Neben der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren     mehr aus dem Haus. „Die Leute müssen natürlich
            engagiert sich der Verein auch in der Schulsozial-  auch erst mal den Mut haben, den Telefonhörer in
            arbeit, betreibt ein multifunktionales Zentrum so-  die Hand zu nehmen und zu sagen: Was ist AGATHE?
            wie ein Kinder- und Jugendzentrum und gibt eine   An wen kann ich mich wenden? Kann ich fremde
            Stadtteilzeitung heraus.                          Leute in die Wohnung lassen? Das braucht Zeit.“
            „Wir machen auch Aktionen im Stadtteil, wie bei-
            spielsweise unser Familienfest, oder wir beteili-
            gen uns an Aktionen, wie das gemeinsame Früh-
            lingsfest mit dem AGATHE-Projekt“, ergänzt Jana
              Zimmermann.








                                                                                                           77
   72   73   74   75   76   77   78   79   80