Page 73 - 221119 Layout Agathe-Interviews-Einsparung-web-low-2
P. 73

AGATHE unterwegs im Landkreis Nordhausen













            Ich helfe schon immer gern



            Hilfsbereitschaft lernte Dorothee Wolff schon in der Familie. Nun arbeitet siei
            als AGATHE-Beraterin in Nordhausen und Umgebung.

            "Ich habe eine Ausbildung zur medizinisch-techni-  Im Vordergrund stehen die alltäglichen Dinge, die
            schen Assistentin für Diagnostik gemacht und 18   ihnen Sorgen und Kummer bereiten. Und erst, wenn
            Jahre lang in einer HNO-Praxis gearbeitet. Danach   diese gemeinsam in Angriff genommen werden,
            wollte ich eine Veränderung und bin so bei AGATHE   sind die Menschen bereit sich auf eine Kaffeerunde
            gelandet. Ich helfe schon immer gern", sagt Doro-  in Gesellschaft einzulassen. „Wenn jemand lange
            thee Wolff. "Wir haben eine große Familie. Da ist es   alleine war, dann geht es oft nur Stück für Stück."
            schon immer so, dass man sich untereinander hilft.   Auch Seniorinnen und Senioren, die nicht in die
            Das möchte ich nun weitergeben."
                                                              AGATHE-Zielgruppe gehören, weist Dorothee Wolff
            Gemeinsam mit ihren vier Kolleginnen berät sie    nicht zurück. „Einsamkeit hat viele Gesichter, man
              ältere Menschen im Landkreis Nordhausen. In ihrer   kann auch zu zweit einsam sein.“
            Praxistätigkeit hat sie oft festgestellt, dass viele   Schöne Momente sind für Dorothee Wolff, wenn ihre
            ältere Leute „Redebedarf“ haben. Umso schöner     Klienten neue Kontakte knüpfen konnten. So ist es
            findet sie es, dass man sich bei AGATHE die Zeit   ihr zum Beispiel gelungen, bei einem Treffen zum
            zum Zuhören nehmen kann. „Dafür sind die Leute    Seniorenschwimmen, drei Seniorinnen miteinander
            sehr dankbar", erzählt sie weiter. Zum derzeitigen   bekannt zu machen. Sie verlebten einen schönen
            Zeitpunkt hat sie einen festen Kern von ca. 30 Se-  gemeinsamen Nachmittag im Badehaus mit Aqua-
            niorinnen und Senioren, die sie intensiv betreut.   sport und anschließenden Kaffee und Kuchen. Zum
            Hinzu kommen die telefonischen und persönlichen   Ende wurden die Nummern ausgetauscht und eine
            Beratungen, die zum einen in der Sprechstunde     Verabredung für die kommende Woche vereinbart.
            erfolgen oder aber auch bei Hausbesuchen. Ihr
            Zuständigkeitsbereich bezieht sich auf die Stadt   Auch wenn sie Menschen direkt mit einer Bera-
            Nordhausen und über zwanzig Dörfer.               tung weiterhelfen kann, sei das ein schöner Erfolg:
                                                              " Gestern war ich bei einer sehbehinderten Dame
            Die Problemlagen der Älteren in der Region sind   zum Hausbesuch. Ich habe ihr Infomaterial über die
            vielfältig. "Ich betreue zum Beispiel eine Dame, die   Sehbehinderung mitgebracht und ihr erklärt, welche
            nicht weiß, wie sie an ihren Einkauf kommt. Andere   Hilfsmittel und Angebote es gibt. Sie hat gesagt:
            wissen nicht, wie sie eine Überweisung machen sol-  Ich bin so froh, dass es dieses Projekt gibt, dass
            len, weil es keine Sparkassenschalter mehr gibt."
                                                              sie mir diese Informationen zukommen lassen."
            Ein großes Thema ist natürlich die Einsamkeit, die
            jedoch selten das Hauptproblem bei den Hilfe -
            rufen ist.




                                                                                                           73
   68   69   70   71   72   73   74   75   76   77   78